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Der 1. Tag |
Gratwanderung
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Anreise |
Mit der Bahn bis Lenggries
Es lohnt sich wie immer ein frühzeitiger Aufbruch.
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Pensum |
Höhenunterschied: 180m hinauf, 385m hinab
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Route |
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Brauneck
Auf geht's also zum ersten Gipfel des Tages vorbei am Brauneck-Haus (DAV). Imposant ist der Buckel mit Kreuz darauf gerade nicht, dieser Brauneck ist einfach das Ende eines langen Kammes, sozusagen der allerletzte Ausläufer der Benediktenwand. Also schaut man einmal um sich, bindet die Bergwanderschuhe etwas fester und nimmt den Weg nun richtig unter die Füße. Vorbei geht es an einer Rampe, einem Startplatz für die fliegenden Zeitgenossen. So in der Früh scheinen die Aufwinde noch nicht am Hang hoch zusteigen, es tut sich (leider) nichts.
Schrödelstein
Stangeneck
Das Steiglein wird schnell zu einem schmalen Lehmpfad, der sich zügig zum Stangeneck hochschlängelt. An einige Stellen und nur auf wenigen Metern sind die Wiesenhänge gleich links oder rechts des Wegs stark abschüssig, der Blick fällt in die Tiefe; ausgesetzt ist es allerdings nie. Dennoch: die noch nicht so Trittsicheren kurz an die Hand zu nehmen beruhigt; diese Gattung Nachwuchs geht nach vorne, guckt nach rechts, redet nach hinten und will links eben und unbedingt eine Beere pflücken. Hat man erst die Höhe des Stangenecks erschnauft, wird man mit einem 'Spazierweg' den Kamm entlang bis zum Latschenkopf belohnt, man schaut ins Land, pflückt und nascht die blauen Beeren, idyllisch ist's rundum. Mindestens einmal donnern Tiefflieger durchs Tal, ohrenbetäubend der Lärm, aber irgendwie faszinierend die Dinger. So zieht die Karawane genießend dahin.
Kirchstein
Am Kirchstein lädt ein Fels zu einer kleinen Kletteruntenehmung und dann zum Brotzeiten ein - es sei denn, es treiben sich hier gerade die Schafe herum, die so beharrlich ausdauernd nach Freßbarem suchen (sogar im Rucksack!), daß man nur noch die Flucht ergreifen kann.
Latschenkopf
Nach dem gemütlichen Gehen auf dem komfortablen Kammweg sollte man nun die Bergwanderschuhe enger schnüren. Ein felsiger Steig führt recht zügig einige Dutzend Meter hinunter bis vor die Achselköpfe; zu Beginn ist es eine mit Latschenkiefern bewachsene Rinne, die den Kindern Spaß macht. Die zähen Latschenkiefern bieten den Füßen Stufen und den Händen speckige Griffe; es sind immer die selben Äste, wo die Wanderer hinlangen. Dann, nach einigen Kehren, steileren Stellen und Felspartien steht man vor den Achselköpfen ("Nur für Geübte"); hier gehts auch hinunter, wenn die Achselköpfe umgangen werden sollen und weiter zur Längental-Alm bis zurück nach Lenggries. Auf der westlichen Seite der Achselköpfe gibt es einige Meter, die einfach eine größere Schrittlänge erfordern; sind kleinere Kinder dabei (kleiner eher von der Körpergröße als vom Alter her), wird man daher die Achselköpfe in nördlicher Richtung umgehen. Den älteren und bergerfahrenen Kindern sollte man den Genuß der kleinen Kraxeltour nicht vorenthalten.
Umgehung Achselköpfe
Achselköpfe
Vor einem beängstigend steil aufragenden Felsentrum machten wir damals, bei unserer ersten Überquerung, im Gras eine Imbißpause - eigentlich nur, um Mut zu fassen. Die beiden Kinder schauten verstohlen und ein bißchen verzagt hoch zu der, so schien es, fast senkrechten Felswand. Wie und wo sollten wir da hinaufkommen? Von unten konnte man keinen Weg ausmachen. Auch ich hatte da im Grase hockend gewisse stille Zweifel. Nun denn, probieren wir es! Noch die leeren Thunfischdosen verstaut, die Rucksäcke auf den Rücken geworfen und die erste Markierung gesucht. Dann ein Griff hier, eine Stufe dort, die Markierung zeigt, wo es lang geht, mit jedem Meter wächst der Mut. Und schon hatten wir leichtfüßig den Felsen erklommen. Oben dann noch eine Blick nach unten auf die Raststätte der Verzagten. Guten Mutes ging es weiter. Abschluß dieser Kraxeltour ist ein famoser Abstieg in kurzen Kehren über hundert Meter hinunter, dorthin, wo sich die beiden Wege über und um die Achselköpfe herum wieder vereinen. Ein paar Meter weiter beginnt der seilgesicherte Aufstieg in die Südseite der Benediktenwand - das Programm für den folgenden Tag. Spätestens jetzt wird man sich, mit Blick auf die gerade gemeisterten Achselköpfe, in den Wiesen niederlassen, um ausgiebig zu brotzeiten; oder auch, um auf die Gruppe zu warten, die noch auf der Umgehungstour ist.
Scharte
Die Senke endet in einer Scharte, hier läßt sich nun zum ersten Male das Etappenziel ziemlich tief drunten erspähen, wenn man eine langen Hals macht. Eine halbe Stunde braucht der Serpentinenabstieg noch über einen Fels- und Wurzelpfad. Je näher das Ziel, um so beflügelter werden die Schritte. Die müden Beine werden noch einmal munter. Unten angekommen begrüßt die einkehrenden Wanderer das stoisch schauende, ausladend mahlende Almvieh. Eine eingefaßte, sprudelnde Quelle sorgt sogleich für die pure innere und äußere Erfrischung. Wir packen für unterwegs Vitaminbrausetabletten in den beliebtesten Geschmacksrichtungen (vorher ausprobieren!) in den Rucksack; damit läßt sich, wenn sich trinkbares Wasser findet, schnell ein prickelndes Getränk zubereiten, das bei den Kindern auch ankommt und die Reisekasse schont. Den Kindern allerdings nach einem anstrengenden (!) Tag die heiß begehrte Spezi zu verwehren, wäre wohl psychologisch nicht ganz geschickt. Ein bißchen Belohnung darf schon sein. Auch für mich. So fallen zwei abendliche Weizenbiere ab, die ich trotz fürsorglicher Proteste der Tochter Corinna zelebriere - am liebsten noch draußen vor der Hütte auf der Lieblingsbank. Das war der erste Tag.
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Tutzinger Hütte
Dämme im Bach
Wir waren einmal auf der Hütte, da gab es kein Vieh auf den Wiesen; wir haben nicht nachgefragt, wieso. Es war gespenstisch still, allzu still, vor allem des nachts. Derweil also die Sprößlinge ihrem Spiel nachgehen, liegt unsereins langgestreckt auf der Lieblingsbank im geschützten Winkel gleich an der Hüttenwand, da, wo sich die Wärme hält und die allerletzten Sonnenstrahlen noch hingelangen. Verschwindet die Sonnenscheibe dann hinterm hohen Horizont, wird es schnell abendkühl auf der Nordseite der Benediktenwand.
Hüttenzauber
Gegen halbzehn verschwinden die ersten guten Geister in den Waschraum und in die Betten. So auch wir, vor dem größeren Trubel. Meist nächtigten wir im urigen A-Lager und waren bestens aufgehoben und zufrieden. Die (jüngeren) Kinder quartieren sich am liebsten im oberen Stock der Lager ein; hier haben sie den besten Überblick; der Nachwuchs hat einen Heidenspaß daran, zu beobachten, wie die Wandersleut sich schlaffein machen und morgens wieder aus den Schlafdecken pellen. Unsereins zöge einer der beiden komfortablen Dreierliegen vor. Nebenan liegt das sogenannte B-Lager, bei den Kindern lange geheimnisumwittert, obschon es ein Guckloch, ein Astloch in der Hüttenwand gibt, das keine Geheimnisse offen läßt. Die Kinder riskieren gerne ein Auge, um das auch nicht andersartige Geschehen auf der anderen Seite kichernd zu kommentieren.
Um 22 Uhr kehrt Hüttenruhe ein. Nur noch die Kuhglocken des Almviehs bimmeln ihr Lied vom Wiederkäuen. Und die Schnarcher haben das ihre noch nicht angestimmt, und wenn, dann hilft meistens Ohropax. Meistens. Einmal ging mir doch der Hut hoch: eine der seltenen Saufnasen kippte sich due Pennbiere hinter die Binde, kroch mit Unterstützung der nüchternen Begleiterin unter die Decke und fing Sekunden darauf an, unmäßig zu sägen. Rücksichtnahme geht nicht bis zur Selbstaufgabe. Der Taschenlampenkegel und böse Worte brachten die Gott sei Dank resolute Gemahlin auf den Plan, die ihr schnorchelndes Getüm dann bei Bedarf mit geübt präzisen Eingriffen ruhig stellte. Danke!
Kosten
Verkehr
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Speis' & Trank |
Schmarrn
Also liebe Hüttenwirtin: Der Kaiserschmarrn muss wieder her! Aber vielleicht wird er ja schon wieder serviert. Anders als
in den Vorjahren haben wir uns in dieser und der letzten Saison nicht auf den Weg zur Tutzinger Hütte gemacht - die Kinder
sind um
Wasser am Wege
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Not am Mann |
Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Hinweg im Rückwärtsgang (letzte Talfahrt der Brauneckbahn 1630 bis 1700 Uhr) oder der Marsch (ab dem Abzweig Umgehung Achselköpfe) über die Tiefental-Alm zurüch nach Lenggries.
Und manchmal reißen denn auch alle Stricke oder auch einfach nur die Geduld. Ein mitwandernder, noch etwas sprunghafter
Jungbub (Hallo Philipp!) wollte partout nicht an die Hundeleine, woraufhin das Unternehmen Tutzinger Hütte abgeblasen wurde.
Der störrische Bub durfte noch einmal mit der Seilbahn fahren; die bewährte Dreierseilschaft bummelte dagegen gemütlich
über die Tiefental-Alm zurück nach Lenggries. Auch eine schöne Erinnerung. Als Tagestour ist dieser Rundkurs durchaus
zu empfehlen.
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letzte Änderung: Dienstag, 13. September 2011 Kruschtkiste |